Frankreich Mobil Erleben

Das informative Online-Magazin für Wohnmobilisten, Camper und  Individualisten
 

Tipps für die Reiseplanung
mit Wohnmobil & Caravan

Ein neues Jahr hat begonnen und viele sind schon voller Vorfreude bei der Reiseplanung. Reise- und Campingführer werden gewälzt und das Internet auf Webseiten und Blogs nach Informationen durchsucht oder Fragen auf den Social-Media-Kanälen gestellt.

Vorwort
„Alte Hasen“ wissen wie es läuft, kennen oft ihr Reiseziel und planen entsprechend.

Jedes Jahr aber kommen tausende „Neulinge“ hinzu, die das erste Mal mit dem Wohnmobil oder Caravan unterwegs sind oder erstmals Frankreich bereisen. Einige davon gehen gelassen, ohne sich zu informieren und teilweise naiv nach dem Motto vor: „Das klappt schon“. Andere verlieren vor lauter schönen Regionen, Stellplätzen und Besonderheiten die Orientierung. Und weitere lassen Frankreich als Reiseziel wieder fallen, wegen Fehlinformationen, panikmachenden Nachrichten oder gehörten Aussagen: „Da darfst Du nicht hin fahren, weil..“ (siehe Vorurteile). Der letzteren Gruppe empfehlen wir, sich näher mit unserer Seite zu beschäftigen, um zu erfahren, warum Frankreich das von Touristen meistbesuchte Land mit 87 Mio. Besuchern und ein Paradies für Camper und Wohnmobiltouristen ist.

 Jede Reise ist individuell, die Ziele sind unterschiedlich, jeder Urlauber stellt andere Anforderungen und verfolgt bei der Planung seine eigene Strategie.


1. Fragen vor Planungsbeginn

1.1. Unterwegs mit Wohnmobil oder Caravan?

Ob die Reise mit Wohnmobil oder Caravan unternommen wird, unterscheidet sich eigentlich nur bei der Auswahl des Übernachtungsortes bzw. Stellplatzes. Caravan-Reisende müssen, bis auf sehr wenige Ausnahmen einen der fast 10.000 Campingplätze anfahren, wogegen Wohnmobile neben den Campingplätzen auch über 8.000 Wohnmobil-Stellplätze und weitere ca. 20.000 Tag & Nacht Parkplätze in Frankreich nutzen können.

1.2. Stationärer Platz, Rundreise oder Abenteuer?

Stationär: Wer für seinen Urlaub nur einen festen Urlaubsort bevorzugt, für den gestaltet sich nach Auswahl des Ferienortes die Anreise am einfachsten. Bei Reisen mit Kindern ist das die beliebteste Urlaubsform und für Wohnmobil und Caravan gleichermaßen geeignet.
Rundreise: Urlauber, die viele Orte und/oder Sehenswürdigkeiten und Landschaften erkunden wollen, sind mit der Planung der Route länger beschäftigt, da alle Strecken und Zielorte auf Stell- oder Campingplätze geprüft werden müssen.
Abenteurer sind meist allein oder nur zu zweit in einem Wohnmobil unterwegs. „Der Weg ist das Ziel“, ist ihr Motto. Sie legen meist nur den Startort oder eine bestimmte Region fest und lassen sich dann Tag für Tag treiben. Hier findet die Routen- und Stellplatzplanung während der Reise statt.


1.3. Reisezeit

Unabhängig vom Wetter ist die Reisezeit ein wichtiger Faktor für die Planung. Auch die Franzosen sind ein reiselustiges Volk und verbringen ihren Campingurlaub meist im eigenen Land. Speziell am Meer und den Urlaubs-Hochburgen sind in den Sommerferien (Juli/August) gefühlt 99% aller Campingplätze ausgebucht. Wer einen Campingplatz bevorzugt, sollte entweder zuvor reservieren oder einen Camping-Municipal (Gemeindeplatz) bevorzugen, da bei diesen meist keine Reservierung möglich ist. Doch nicht nur die Campingplätze, auch die großen und bekannten Wohnmobilstellplätze sind zur Hauptreisezeit fast alle belegt.


2. Die Reise-Planung

2.1. REGION Auswahl

 Als erstes sollte die Urlaubsregion festgelegt werden.

 Hier geben wir eine kleine Hilfestellung, ob Mittelmeer oder Atlantik und Alpen oder Pyrenäen.
 Weitere Informationen einholen: Wenn das grobe Ziel eingegrenzt ist, bieten neben den unzähligen Reiseführern in Buchform auch das Internet und die sozialen Medien fast unüberschaubare Informationen. Einfach in die Suchleiste der Suchmaschine den Ort oder die Region, gefolgt von „Office de tourisme“ (Touristen-Information) eingeben und schon erhält man die ersten wichtigen Informationen.


2.2. Camping- / Stellplatz

Prüfen welche Camping- bzw. Stellplätze vor Ort infrage kommen, anhand von Stellplatzführern/Apps und/oder Campingplatzführern


3. Routenplanung

Zu guter Letzt folgt die Routenplanung.
 Egal welcher Routenplaner genutzt wird, bei Frankreich-Reisen sollte darauf geachtet werden, dass dieser auch die Mautgebühren für Autobahnfahrten berechnet. Die meisten berechnen nur die Maut für PKWs (Klasse 1), wenige wie z.B. Michelin und ADAC auch für Fahrzeuge der Klasse 2 (über 3m Höhe bis 3.5t) und wer es exakt mit Auswahl aller Klassen haben möchte, dem hilft nur die französische Seite Autoroutes weiter.
 Neben der Routenplanung ist zu prüfen, welche Stell- oder Campingplätze an der Route liegen. Dies gilt auch, wenn nur ein nächtlicher Zwischenstopp geplant ist, da, egal in welchem Land, von der Übernachtung auf Rastplätzen aus Sicherheitsgründen abgeraten wird. Mehr dazu hier.

 Tipp: 
Wer nicht unbedingt aus Zeitgründen schnellstens am Ziel ankommen will, dem empfehlen wir die Nutzung der Nationalstraßen. Je nach Strecke und Fahrzeug kann so für die Hin- & Rückfahrt ein dreistelliger Betrag eingespart werden. Dazu sieht man mehr von der wunderbaren Landschaft und je nach Strecke dauert die Fahrt mit einem Wohnmobil zeitlich nicht viel länger.

3. Die Reisevorbereitung:

3.1. Tipps für „Wohnmobil-Einsteiger“

Wer erstmals ein Wohnmobil kaufen oder mieten möchte, dem geben wir den Rat, sich ausführlich zu informieren. Nur so bleibt man vor unliebsamen Überraschungen oder Enttäuschungen geschützt. Hierzu bieten sich zum Beispiel folgende Seiten (externe Links) an:

Promobil-Kaufberatung und Promobil-Basiswissen, sowie
Promobil-Wohnmobil mieten oder Pincamp Ratgeber Wohnmobil mieten.

3.2. Das sollte oder muss im Fahrzeug mitgeführt werden

 Neben der üblichen Ausrüstung ist die Mitführpflicht für Frankreich zu beachten.
 Wasser: Damit eine Füllung, egal bei welchem Anschluss möglich ist, haben wir die nötigen Adapter vorgestellt 
 Strom: CEE-Anschlüsse sind noch nicht überall üblich. Beachten Sie unsere Empfehlung.
 Gas: Die üblichen 2 x 11kg Gasflaschen sind im Normalfall ausreichend für einen üblichen Sommerurlaub. Trotzdem sollte unser Artikel über die Gasversorgung und die nötigen Adapter beachtet werden, damit die Gasversorgung gesichert bleibt.
 Navigationsgeräte können einen schon einmal in die Irre führen, speziell lange Gespanne oder schwere Wohnmobile werden hier und da, sofern es kein LKW-Navi ist, auf unzumutbare Straßen geführt. Die gute alte Karte hat somit keineswegs ausgedient, um teilweise die Streckenführung zu prüfen. Für Frankreich empfehlen wir den Michelin-Atlas Routier (für LKW), in welchem auch Höhen- und Gewichtsbeschränkungen zu den einzelnen Straßen angegeben sind.

 

3.3. Das sollte unbedingt beachtet werden
 Einreisebestimmungen
 Wenn ein Hund mit auf Reisen geht und Der Hund am Strand
 Verkehrsvorschriften, Tempolimit, Kreisverkehr, Womos über 3.5 t, Infos zur Maut u.v.m.
   alles unter Verkehrsvorschriften
 Frei Stehen – Realität? Mit schönen Werbevideos in denen das Wohnmobil am Strand steht und das Paar abends bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang genießt, wird eine Freiheit suggeriert, die nur bedingt der Wahrheit entspricht. Parken ist, sofern nicht durch Beschilderung etc. geregelt, gestattet - Campingverhalten wird jedoch geahndet.
 Sich mit den Entsorgungsanlagen, Stellplätzen und deren Zugangssysteme vertraut machen.

4. Vor der Abfahrt

► Inspektionsintervall durchgeführt?
► Reifen und Bremsen in Ordnung?
► TÜV und die Gasprüfung noch gültig?
► Öl kontrolliert?
► Sind die Bordbatterien in Ordnung?
► Funktionieren Wasserpumpe und Armaturen?
► Läuft die Heizung/Warmwasser störungsfrei?
► Ofen und Kühlschrank getestet?
► WC-Kassette an Bord? (Haben schon einige nach der Reinigung vergessen)
► Sat-Anlage und TV geprüft
► Funktionieren alle elektrischen Anlagen (Licht, Steckdosen etc.)
► Lassen sich die Stützen und die Markise einwandfrei ein- und ausfahren?
► Sind die Gasflaschen gefüllt?

5. Unsere Praxis-Tipps:

 In der Hochsaison sollte man bis spätestens 16 Uhr einen Stellplatz gefunden haben. 

   Später kann die Stellplatzsuche wegen des "komplett belegt" (Complet) zu Frust führen.
■ Einen Platz niemals am Freitag verlassen oder am Samstag anfahren, da die Franzosen Freitags ihren Wochenend-Urlaub beginnen und erst Sonntagnachmittag wieder abreisen.
 Nie auf einem Rastplatz übernachten
 Zum Kochen und Zähneputzen Wasser aus der Flasche (ca. 11 Cent/ltr) benutzen.
 Die Fettnäpfchen beachten, damit man nicht hineintritt
 Einheimische Lokale besuchen; preiswerter kann man nicht essen.
 Statt teure Wohnmobilstellplätze die alternativen Plätze besuchen.
 Bei Campingplätzen in der Vor- und Nachsaison die ACSI-Card (Rabattkarte) benutzen

Wir wünschen viel Spaß bei der Planung und später einen erholsamen, schönen und unfallfreien Urlaub bei unseren französischen Nachbarn. 


© FME A129/20200110

 
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