Frankreich Mobil Erleben

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Île d’Oléron – Das Radfahrparadies
Reisebericht  Teil 1  mit gutem Essen

vom 15.06.2017
Vorwort:

Die Insel mit über 130km Radwegen gehört seit Jahren zu unseren Lieblingszielen. Die gut ausgeschilderten, flachen Strecken führen abseits der Strassen durch Wälder, am Meer entlang, an Feldern und Weinreben vorbei. Allen Radfahrern empfehlen wir den Kauf einer Radfahrkarte für 1.-€, erhältlich in jedem „Office de Tourisme“. Auf unseren Routen genießen wir nicht nur die Ruhe und Natur, sondern auch die vielen regionalen Spezialitäten.

Alle möglichen Touren und Höhepunkte zu beschreiben, würde ein Buch füllen. Daher werden wir die schönsten Touren in kleinen Etappen beschreiben, obwohl wir teilweise auf der Insel bis 100km am Tag zurücklegen.

Teil 1   Le Chateau d’Oléron  nach  Boyardville und zurück (ca 40km)
Plan siehe am Ende der Seite


Startpunkt für diese Radtour ist der Stellplatz „Aire de Camping Car“ ca. 1km NW von Le Château-d'Oléron an der Route des Huîtres. Den ehemaligen „Camping Municipial“ incl. Sanitärhaus, V+E und Stromversorgung an jeder Parzelle, können ca. 100 Mobile (11.-€/Tag) nutzen.  Direkt an der Strasse befindet sich ein schmaler Sandstrand; bei Ebbe ist Baden aber nicht möglich.


Unsere Tour beginnen wir in NW-Richtung auf der Route des Huîtres, einer kleinen Strasse mit wenig Verkehr in Richtung „Les Allards“. An Campingplätzen und Austernzüchtern vorbei, erreichen wir nach ca. 4km am Chenal de la Baudissière das erste Restaurant „Chez Mamelou“. Ein kleines Lokal am Kanal, ideal um Austern, Meeresfrüchte und Muscheln zu genießen. Am Wochenende ist eine Reservierung jedoch angebracht. Vorbei an bunten Austernhütten, in denen sich das Kunstgewerbe mit Verkauf niedergelassen hat, erreichen wir schon den nächsten Austernzüchter mit der Möglichkeit zur Degustation. Hier wird Ihnen ab Mitte Juni auf Vorbestellung auf der Rückseite des Gebäudes neben einem Austernbecken auch die „Eclade de Moules“ auf traditionelle Art serviert. Heute haben wir uns zum Essen für ein von uns ebenso beliebtes Lokal in Boyardville entschieden.

In „Les Allards“ folgen wir dem Schild „Boyardville“ überqueren dann aber die D126 in Richtung „Arceau“. Wieder einer ruhigen kleinen Nebenstrasse folgend, fahren wir nicht links in den Ort, sondern biegen rechts auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg ab. Quer durchs Marais führt uns unsere Tour, bis wir nach ca. 2 km an einer T-Kreuzung nach rechts abbiegen. Dem Strassenverlauf folgen wir an wenigen Häusern vorbei bis zum Kanal und erreichen dann die D126 nach Boyardville. Diese Strecke ist leider sehr stark befahren und verfügt über keinen Radweg, aber der Ort ist nach 600m schnell erreicht. Links über die Brücke, danach direkt wieder rechts am Kai und den Restaurants vorbei, erreichen wir nach insgesamt 15km den kleinen Hafen. Von hier kann man unterschiedliche Schiffstouren zum „Fort Boyardville“, zur „Île d’Aix“ und anderen Zielen unternehmen. Restaurants und Souvenirshops bestimmen hier das Bild.

Ziel zum Mittagessen erreicht. Vor dem Restaurant „La Marina“ stellen wir unsere Räder ab und freuen uns auf das dortige Menu. Sicherlich gibt es exquisitere Lokale; im Urlaub lieben wir aber keinen Schickimicki, sondern qualitativ gutes Essen in heimischen Lokalen. Wie immer entscheiden wir uns für das Menu „Complet“. Ein 3-Gang-Menu incl. Aperitif, ¼l Wein p.P., und Café. Zur Auswahl stehen 5 Vorspeisen, 5 Hauptgänge und 4 Desserts zum Preis von 19,50€. Unsere Entscheidung fällt auf „Assiette Terre-Mer“ (Wurst, Pastete, Meeresfrüchte) und „Assiette du Mer“ (Austern und versch. Meeresfrüchte), danach „Magret de Canard grille“ (eine komplette Entenbrust mit Beilagen) und „Poisson du moment“ (Fisch des Tages, heute gibt es Bar vom Grill) und zum Abschluss „Crêpe Chocolat“ und „Crème brûlée“. Vor der Vorspeise wird uns ein roter Pineau mit Knabbereien und zum Hauptgang neben dem obligatorischen Wasser und Brot ein süffiger Rosé serviert. Mit dem Café beenden wir nach fast 2 Stunden unser Mahl, das wie immer köstlich war. Nun steigen wir mit vollem Bauch wieder auf die Räder.


Am Hafenbecken und dem ehemaligen Stellplatz vorbei geht unsere Route in Richtung „Plage Saumonards“ weiter. Den Strand (auch FKK) werden wir heute nicht besuchen, sondern biegen nach dem Centre Sportif nach links ab, um 700m weiter nach rechts dem Radweg zu folgen. Die Strecke ist bei der Hitze eine Erholung, sie führt durch einen ruhigen Kieferwald auf befestigten Wegen. Am Hotel Fleur des Pins führt uns der Weg nach rechts wieder auf eine kleine Nebenstrasse in Richtung  Saint-Pierre-d'Oléron. Bald erreichen wir nach einer Ortsdurchfahrt wieder einen separat ausgeschilderten Radweg, der uns an Rindern und am Sportflughafen vorbeiführt. Die ausgeschilderte Radstrecke in Richtung Dolus d’Oléron führt uns in Saint-Pierre-d'Oléron am Stadion und Friedhof vorbei. Den Abstecher zur Fussgängerzone ins Zentrum zum Eis essen schenken wir uns heute.

Nach dem Ortsausgang führt uns der Radweg wieder durch Wiesen nach „La Boirie“. In diesem kleinen Ort steht an der Strecke ein Haus, vor welchem seit über 15 Jahren ein Rabe sitzt und auch von der Katze nicht belästigt wird. 30m weiter befindet sich der kleine exotische Garten „Les Jardin de la Boirie“. Die Fahrt geht an Weinreben vorbei weiter nach Arceau. Diesen idylischen Ort erreichen wir jetzt von Westen - den anderen Ortseingang haben wir heute auf der Hinfahrt schon gestreift. 

Weiter auf dem Radweg in Richtung „Dolus d’Oléron“ geht es jetzt durch das bewaldete Marais bis hin zum Park „Pôle-Nature du Marais aux Oiseaux“. Ein idealer Platz, um am Weiher eine Rast einzulegen. Nachdem wir uns ausgeruht und die Nutras und Vögel beobachtet haben, werden nun die letzten ca. 9km in Angriff genommen. Durch den Wald und an Kleingartenanlagen vorbei erreichen wir „Dolus d’Oléron“; auch hier lassen wir heute das Ortszentrum „links liegen“ und folgen dem Weg nach „Le Chateau d’Oléron“. Vorbei am Rugby-Stadion, einem Wohnmobilstellplatz und dem Erlebnisbad „Aquatic Center Iléo“ geht es über „Les Bardières“ zurück zur Route des Huîtres. 

Am Meer angekommen geht es jetzt nach rechts auf die vom Vormittag bekannte Route. Nach ca. 2,5km sind wir wieder am Wohnmobil und erholen uns nun unter der Markise und einem kühlen Bier, bevor es unter die erfrischende Dusche geht.    

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Eine kleine Bildauswahl von der Strecke

(am unteren Bildrand können Sie blättern)                                            Weiterlesen Teil 2 Oléron-Süd