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Cabanes du Breuil

Noir Périgord / Departement Dordogne

Nach einer ruhigen Nacht auf einer Entenfarm geht es am nächsten Morgen in Richtung Sarlat, zu unserem Ziel, den Steinhäusern von Breuil. Bis auf wenige Kilometer der 30 km langen Strecke, bewegen wir uns wieder auf den schmalen Straßen der Dordogne und entscheiden uns, aufgrund unserer Größe, 

besser der Beschilderung für Reisebusse zu folgen, nachdem wir zuvor in einer Kehre bereits zweimal rangieren mussten. Aber auch auf diesem Weg hoffen wir, dass uns kein Reisebus entgegenkommt.

Endlich parken wir auf dem kleinen abschüssigen Parkplatz am Eingang zu den Cabanes, die in Privatbesitz sind und seit 1995 unter Denkmalschutz stehen. Am Eingang begleichen wir unseren Eintritt von 5.50 € p.P. und erhalten für den Rundgang einen mehrseitigen Führer in deutscher Sprache.

In Frankreich findet man diese Art von Steinhütten noch bei Gordes in der Provence (die Bories). In Europa gibt es dazu noch die  Trulli in Apullien, die Nuraghen auf Sardinien und in Spanien die sogenannten Cabanos.

Die Cabanes du Breuil wurden erstmalig 1449 schriftlich erwähnt. Damals gehörten sie den Benediktinern von Sarlat, wurden aber später aufgegeben. Erst im 18. Jahrhundert erlebten sie wieder einen Aufschwung, als sich mit der Entstehung der Eisenindustrie an diesem Ort drei Handwerker, ein Schmied, ein Weber und ein Sattler niedergelassen haben und die Hütten wieder aufwendig restaurierten. Doch mit der Industrialisierung wurden sie uninteressant und es folgten fünf Eigentümer, bevor 1949 die Großeltern der heutigen Besitzer die Gebäude erbten.

Noch heute wird das größere Wohnhaus von den Eigentümern bewohnt, das jedoch verständlicherweise nicht von innen besichtigt werden kann. 1968 wurde der Dachstuhl nach ursprünglicher Art mit Eichen- und Kastanienholz erneuert und das Dach mit Steinen gedeckt, dessen Gewicht auf 600 kg/m² geschätzt wird.

Die anderen Hütten können uneingeschränkt besichtigt werden, die nach einer bestimmten Technik gebaut wurden. Die Fundamente sind 80-100 cm dick und in einer Höhe von ca. 1.80 m sind Rundhölzer zur Stabilisierung aufgelegt, auf welchen das Steindach kegelförmig aufgebaut ist, das am Dachfirst eine Stärke von einem Meter aufweist. Drei Tonnen wiegt ein Quadratmeter dieser Steinkonstruktion, deren Steine aus dem eigenen Steinbruch stammen. Handwerkliches Können und statisches Wissen sind bei dieser Bauweise erforderlich, zudem das gesamte Mauerwerk mörtelfrei ist.  

Nach einer Stunde haben wir unseren Rundgang beendet und können jedem Dordogen-Reisenden diese Sehenswürdigkeit empfehlen.

Externe Links:           Webseite            Öffnungszeiten & Preise       Karte

Foto-Album

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