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Camping-Car Park

 

Sind die Wohnmobilisten die Verlierer?

 

Ist Camping-Car-Park der heimliche Strippenzieher für die kommunalen Parkverbote für Wohnmobile?
Frankreichs renommierte Wohnmobilzeitschrift "Le Monde du Camping-Car" hat ausführlich recherchiert und darüber berichtet.  
Wenn Camping-Car Park in einer Gemeinde den Stellplatz übernimmt oder einen neuen errichtet, steigen die Preise für Reisemobile enorm an. Auch sollen Bürgermeister die Gelegenheit nutzen, das Parken und Abstellen von Wohnmobilen auf anderen Parkplätzen in der Stadt zu untersagen, damit, so die Vermutung, die Mobile auf den Stellplatz ausweichen müssen.
Valérie Vergès, erste Tourismusbeauftragte und Präsidentin des Fremdenverkehrsamtes in Loches (37): "Als ich zwei Mal Leute von Camping Car Park im Bürgermeisteramt traf, wurde über das Parkverbot für Wohnmobile gesprochen. Dies wird sehr oft von den Projektleitern gefordert."
Also nach dem Motto:  Wenn wir in dieser Gemeinde investieren, müssen für die Rentabilität, wovon auch die Gemeinde profitiert, die Mobile auf den Stellplatz von Camping-Car Park.
Die Führungskräfte des Unternehmens bestreiten den Vorwurf. Sinngemäßer Auszug der Stellungnahme von Laurent Morice, dem Mitbegründer von Camping-Car Park: "Wir reden über alles, und informieren sie über alle illegalen Dinge. Das Verbot des kostenlosen Parkens von Wohnmobilen in der Stadt ist keineswegs ein Verkaufsargument." 
Der wütende Präsident des FFACCC, Alain Clavier, Präsident des des Verband FFACCC (Fédération Française des Associations et Clubs de Camping-Cars), die das Verfahren gegen solche Gemeindeverordnungen einleiten, ist wütend, das sich Camping-Car Park darüber keine Sorgen macht, da für diese Verordnungen schließlich die Gemeinde verantwortlich ist. Zwischenzeitlich mussten einige Gemeinden (wir berichteten) die Verbote wieder zurücknehmen.

Camping-Car Park
* hat 3,4 Millionen Umsatz im Jahr 2017 erwirtschaftet.
* Ziel ist es, 1.000 Plätze zu errichten.
* Die Gemeinde stellt Camping-Car Park das Grundstück zur Verfügung. Die Erstellung oder Erweiterung des      Stellplatzes gehen zu Kosten der Gemeinde.
Auszug aus dem Interview mit dem stellvertretenden Bürgermeister von La-Barre-de-Monts:
"Die Gemeinde kauft die Ausrüstung und baut die Infrastruktur. Die Gemeinde erhält 67% des Umsatzes und Camping Car Park 33%. Dieser Verteilungsschlüssel ist drei Jahren gültig. In dieser Zeit muss die Gemeinde die Installationskosten erwirtschaften. Nach diesen 3 Jahren wird der Vertrag neu verhandelt.
* Camping-Car Park stellt die Bau- und kaufmännische Leitung, das Abrechnungssystem und ist für die   regelmäßige Wartung, Erneuerung und Reinigung zuständig.
* Die Preise nach der Übernahme von Camping-Car Park von ehemals kostenfreien oder preiswerten "5.-€-Plätzen"   sind auf mindestens 8.-€ bis über 12€ (je nach Saison) gestiegen.Wie die Gemeinde Toulon-sur-Arroux (71) sind im Nachhinein manche Gemeinden mit der Entscheidung nicht zufrieden. "Der Bereich ist seit Frühjahr 2017 funktionsfähig, aber wir dachten, wir hätten einen besseren Besuch."

 

Kommentare der Wohnmobilisten
Kontroverse über Camping-Car Park wird vor allem auf Facebook und in anderen sozialen Medien diskutiert. In der Hochsaison sind die Besucher mit dem System meist zufrieden, aber ein Großteil der Wohnmobilisten steht diesem jedoch feindselig gegenüber, da die Plätze oft vom Stadtzentrum getrennt sind, viele Parkverbote eingerichtet wurden und man gezwungen ist, für Dienstleistungen zu zahlen, die nicht benötigen werden (WLAN, Strom ...).  

In deutschen sozialen Netzwerken ist der Großteil von Camping-Car Park Nutzern positiver. Man darf hierbei nicht vergessen, dass diese Besucher sich meist nur für drei Wochen im Urlaub in Frankreich aufhalten. Sie finden es toll, einen Platz mit Strom und WLAN zu haben, den sie auch noch Online reservieren können. Ihnen ist es egal, ob dieser Platz in der Vergangenheit kostenfrei war oder nur 5.-€ gekostet hat. Dem Franzosen, der hier lebt, mehrfach im Jahr und fast jedes Wochenende mit seinem Wohnmobil unterwegs ist, ist diese Entwicklung jedoch ein Dorn im Auge. 
 
 

Und wie ein Stellplatz, der in der Nebensaison immer gut gefüllt war, nach der Übernahme aussieht, zeigt unser Titelfoto.

Fazit:

Neben Camping-Car Park gibt es noch die Stellplätze von AirePark. Positiv hierbei ist, dass sich bis auf das Zugangssystem fast nicht geändert hat und die alten Preise weiterhin gültig sind. Somit muss aus unserer Sicht die Gemeinde noch Einfluss auf die Preisgestaltung haben. Ansonsten ist auf den Plätzen im Großen und Ganzen alles wie gewohnt geblieben.

 

Lesen Sie dazu auch unseren Bericht:  Stellplätze im Wandel


Quelle:  "Le Monde du Camping-Car"

© FME A92/20190322