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Île de Ré oder Île d’Oléron

Zwei ungleiche Schwestern

Teil 1

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die beiden zauberhaften Inseln liegen vor der französischen Atlantikküste und sind beliebte Urlaubsziele. Zwar trennen die zwei nur 12km Luftlinie, mit dem Auto müssen aber ca. 72km an der Küste von La Rochelle und über Rochefort zurückgelegt werden.

Île de Ré      (mit Video am Seitenende)

Das kleine charmante Eiland, das von den Einheimischen auch „Ré la Blanche“ (Die Weiße) genannt wird, erreicht man von La Rochelle über eine 2,9km mautpflichtige Brücke. Südländisches Flair mit fast 2800 Sonnenstunden im Jahr, verträumte Fischerdörfer und malerische Hafenorte ziehen jedes Jahr fast eine halbe Million Touristen in ihren Bann. Seit Jahren ist sie ein Hotspot der „Schönen und Reichen“, dazu kommen viele englische Touristen, so dass die Preise deren Portemonnaie angepasst wurden; preiswert ist es hier also nicht.

Entschädigt wird man dafür mit langen feinen Sandstränden, Pinien- und Zypressenwäldern und Marschbodenflächen. Acht Gemeinden verzaubern mit historischen Bauten, mit ihren weißgetünchten Häusern und ihren blauen oder grünen Fensterläden.

Der Hauptort Saint-Martin-de-Ré mit seiner gewaltigen Festungsanlage (seit 2008 UNESCO Weltkulturerbe), seinen Yachten und Fischerbooten ist Treffpunkt der „Haute volée“. Rund um das Hafenbecken und in den engen Altstadtgassen erwarten Sie zahlreiche Restaurants, Antiquitäten- und Souvenirläden. Eis-Liebhaber sollten unbedingt am Hafen ihrem Genuss bei „La Martiniere“ frönen. Über 60 verschieden Eiskreationen, darunter auch Kartoffel- und Austerneis, werden hier angeboten.

Das schmucke alte Hafenstädtchen „La Flotte“, nur 2km Kilometer von Saint-Martin-de-Ré entfernt, mit seiner Promenade, dem historischen halbüberdachten Marktplatz und seinem kleinen Hafen gehört ebenso zum Highlight der Insel.

Abseits der Orte findet man Ruhe in den Wäldern und traumhaft weisse Sandstrände, wie z.B. am Strand in Le Bois oder La Couarde. Hier findet man auch FKK-Abschnitte. An der landschaftlich schöneren Nordseite der Insel finden Sie wegen der Gezeiten überwiegend Austernzüchter und bei Ebbe die Fußfischer. Für einen Badeurlaub ist dieser Küstenabschnitt weniger geeignet, weshalb die meisten Campingplätze auf der südlichen Seite angesiedelt sind.

Wer viel von der Insel sehen will, sollte die Insel per Rad erkunden. Fast 100km gut angelegte Radwege führen abseits der Strassen über die Insel durch Weinfelder, Wiesen und Salzfelder, die der Insel auch ihren Beinamen „Die Weiße“ gegeben haben. Richtung Norden passiert man die mit ca. 90m schmalste Stelle der Insel, um anschließend in dem idyllischen Ort „Ars en Ré“ mit seinem markanten schwarz/weißen Kirchturm, der von weitem sichtbar ist, Rast zu machen. 

Nur noch 6km trennen Sie vom 57m hohen Leuchtturm „Phare des Baleines“, der 1854 fertiggestellt wurde. Seinen Namen (Leuchtturm der Walfische) hat er wegen der hier oft gestrandeten Meeressäugern erhalten. Eine 257-stufige Wendeltreppe führt jährlich über 150.000 Touristen nach oben. Von hier aus sind es weitere ca. 9km durch ein Naturschutzgebiet, bis man das westliche Ende der Insel in „La Patache“ erreicht hat. Von hier aus zurück nach Saint-Martin-de-Ré müssen auf dem Rad ca. 23km eingeplant werden. Wer die Radroute an der nördlichen Seite wählt, für den ist die Fahrt über den Damm und durch die Marschlandschaft nach Loix ein Muss. In diesem kleinen Ort lässt es sich gemütlich und vom großen Touri-Rummel entfernt speisen.

Camper und Wohnmobilisten finden auf der Île-de-Ré über 45 Campingplätze aller Kategorien. Dazu bieten 5 Wohnmobilstellplätze ca. 125 Stellplätze an, die teilweise aber nicht nur sehr beengt sondern oft auch alle belegt sind. In der Hochsaison sollte man einen Campingplatz reservieren, um nicht frustriert die Insel mangels Stellplatz wieder zu verlassen.  

Neben dem Salz, den Austern, den Mimosen und zahlreichen Stockrosen verbindet man die Île de Ré auch mit den berühmten, zotteligen Poitou-Eseln in ihren karierten Hosen. Heute tragen die Esel Touristen, früher wurden sie bei der Landarbeit eingesetzt. Um sie vor Verletzungen durch Dornen und vor Mückenstichen zu schützen, wurden ihnen dazu Hosen angezogen, die viele noch heute als Markenzeichen tragen.

Und um selbst kein Esel zu sein, sollte man diese Insel-Idylle im Atlantik wenigstens einmal besucht haben, auch wenn man danach ein anderes Eiland zu seinem Favoriten erklärt.

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 Info zur Brückenmaut:   http://www.pont-ile-de-re.com/
In der Hauptsaison 16,-€, Vor- u. Nachsaison 8.-€ für die Hin- & Rückfahrt.

Weitere Infos:   http://de.iledere.com/

Und hier unser Video zur Île-de-Ré


Hier zum 2. Teil  Île d'Oléron


 Daten zur „Île de Ré“  und  „Île d’Oléron“ 


Ile de Ré

Ile d’Oléron

Länge

30km

34km

Breite

5km   (min. 90m)

12km

Fläche

85km²

175km²

Einwohner

Ca. 18 000

Ca.  22 000

Orte

10 Gemeinden/Dörfer

8 Gemeinden mit ca. 28 Dörfer

Campingplätze

>45

>90

Stellplätze

5

10

Brücke

2,9 km

2,9 km

Radwege

>90km

>140km