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Capbreton & Hossegor

Die zwei verschmolzenen Küstenstädtchen im Süden der französischen Atlantikküste sind im Frühjahr oder Herbst einer unserer Zwischenstopps auf der Urlaubsreise. 50 km nördlich der spanisch-französischen Grenze liegt das unter Surfern bekannte Paradies im Departement Landes (Region Nouvelle Aquitaine).

Zu dieser Jahreszeit ist die Lufttemperatur fast identisch mit der am Mittelmeer, nur die Wassertemperaturen sind etwas kühler. Zum Entspannen, zum Wandern und Radfahren ist die Küstenregion zwischen der Gironde und Spanien in dieser Jahreszeit bestens zu empfehlen.Wer jedoch um diese Zeit in die meterhohen Wellen springen will, sollte nicht nur einen Neoprenanzug tragen, sondern auch ein exzellenter Schwimmer sein. Nicht umsonst warnen zahlreiche Schilder mit "Schwimmen verboten", denn der Wellengang und die Strömung sind in diesem Gebiet äußerst gefährlich. 

Apropos Wellengang, der ist hier das Maß aller Dinge. Wir sind in einem der weltweit bekannten Surferparadies. Hier treffen sich im Herbst die besten Surfer der Welt für eine der vielen, dort ausgetragenen Meisterschaften. Ein jährliches Spektakel mit TV-Übertragungen, Public Viewing, Partys und allem, was dazugehört. Selbst die deutschen Meisterschaften finden in diesem Gebiet jährlich statt.

Wir sind keine Wasserratten und Surfer, erfreuen uns aber bei Strandspaziergängen an dem endlos langen Strand immer wieder an den Naturgewalten des Atlantiks und den akrobatischen Fahrten der unzähligen Surfer.

Wohnmobilstellplätze rund um Capbreton (s. Link) sind ausreichend vorhanden. Wir bevorzugen den Stellplatz in Labenne-Ocean, welcher durch seine Lage (knapp 2 km zum Meer) zwar nicht zu den Favoriten Anderer gehört, aber genügend Freiraum unter Korkeichen in ruhiger Umgebung bietet. Von hier starten wir mit unseren Rädern auf dem gut ausgebauten Radweg entlang eines kleinen Flüsschens in das 8 km nördlich entfernte Capbreton.

Vorbei an Korkeichen, Pinien und Campingplätzen erreichen wir am Ortseingang von Capbreton den gut besuchten und allseits bekannten Stellplatz an der Düne. Der asphaltierte Platz, mit ca. 120 Parzellen (alle mit Strom) liegt unmittelbar hinter der Düne. Vom "Kuschelcamping" einmal abgesehen, ist man hier direkt am Meer oder zu Fuß am Strand entlang nach 2 km im Zentrum von Capbreton.

Wir folgen dem gut ausgeschilderten Radweg und erreichen die Promenade mit Blick auf die Mole «L'Estacade de Capbreton». Dieser Holzsteg ist ein ehemaliges Geschenk von Napoléon III, der 1858 noch eine Länge von 400 m hatte und die Hafeneinfahrt flankiert. Die Einheimischen uns Surfer wissen es, der "normale Tourist" nicht: Hinter der Mole, ca. 200 m von der Küste entfernt, beginnt mit einer Tiefe von 40 m der «Cabreton-Canyon», ein Tiefseegraben, der in die Gascogner Tiefsee-Ebene in 3500 m Tiefe mündet. Der Tiefseegraben ist verantwortlich für die berühmte Welle «La Nord», eine Welle, die es nur hier gibt und bei Surfern berühmt ist. Sie ähnelt mehr einer Riff-Welle als einer Strand-Welle.

 Am Ende der Promenade und Beginn der Mole auf einem großen Platz angekommen, stehen meist 2-3 Buden, die Eis und, worauf wir nicht verzichten können, ausgezeichnete Chichis anbieten, die den meisten unter dem spanischen Namen Churros bekannt sind. Die wollen wir uns aber erst auf dem Rückweg gönnen. Vorbei geht es an der Hafenzufahrt in Richtung Fischmarkt. Rechts reiht sich ein Lokal an das andere, wir bevorzugen jedoch das einfache Lokal «La Calypso» auf der linken Seite am Fischmarkt. Hier isst man gut, preiswert und ungezwungen mit freundlicher Bedienung und schönem Ausblick von der Terrasse. Ein Lokal, das stark von Einheimischen und Gendarmen besucht wird.

Das Essen ist wie immer köstlich und mit dickem Bauch geht unsere Tour weiter, rund um den verwinkelten großen Hafen, der Yachten, Sport- und Fischerbooten über 1.000 Anlegestellen bietet. Über den Fluss «Le Bouret» verlassen wir Capbreton, das erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt wird und seit Jahrhunderten sich seitdem dem Fischfang widmet.
Über die Brücke geht es auf die andere Seite nach Hossegor. Wieder am Hafen entlang fahren wir bis zum «Canal d'Hossegor«, um am 3 km langen Binnensee «Lac d'Hossegor« entlangzuradeln. Kleine Strände und Jugendstilhäuser schmücken dessen Ufer und, was wir nicht erwartet haben, hier werden sogar Austern gezüchtet.

Statt auf der anderen Seeseite zurückzufahren, geht es jetzt in Richtung Strand. Hier herrscht reges Treiben, alle Parkplätze und Seitenstreifen sind mit Fahrzeugen aus fast allen europäischen Ländern komplett zugeparkt, es sind Surf-Meisterschaften. Sportliche Athleten mit dem Surfbrett unterm Arm sind auf dem Hin- oder Rückweg. Im Surfer-Zentrum von Hossegor wird das gesamte Spektakel beim Public Viewing auf einer großen Leinwand übertragen. Nicht nur France 2 und 3 auch viele ausländische TV-Anstalten übertragen die Wettkämpfe und bevölkern mit ihrem Equipment den Strand.


Wir freuen uns jetzt auf die Chichis und starten nach einer Kaffeepause unsere Rückfahrt.

Ein schöner, sonniger Herbsttag geht, nach einer 40 km Radtour, unter den Korkeichen bei einem Glas Rotwein zu Ende.




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