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Piment d`Espelette

ist eine französische Chilisorte, die vom Geschmack ihresgleichen sucht. 

Manche Frankreich-Urlauber haben den Chili mit Sicherheit schon gesehen oder davon gehört, aber was zeichnet ihn aus, und warum ist er teurer als andere Sorten? Preiswerten Chili kann man im Supermarkt schon ab 9,90€/kg kaufen, Piment d’Espelette in AOC bzw. AOP-Qualität kostet aber im Schnitt ab ca. 150,-€/kg und das nicht ohne Grund.

Ursprung

Piment d’Espelette wird nach den AOC-Richtlinien (s.unten) im Gebiet rund um Espelette hergestellt. Espelette ist eine Stadt im französischen Baskenland zum Département Pyrénées-Atlantiques gehörend und liegt ca. 25km südlich von Biarritz.

Die strauchartige Pflanze Gorria stammt ursprünglich aus dem heutigen Mexiko und wurde vermutlich ab ca. 1650 im Baskenland angebaut. Ein Strauch trägt zwischen 15 und 30 Früchte, die nach einer Reifezeit von ca. 70 Tagen eine Länge von 8-13cm erreichen. Auf der Scoville-Skala erreichen die Früchte eine Schärfe zwischen 1500 und 2500 Grad bzw. dem Schärfegrad 3.

Verarbeitung
Die Schoten werden meist Ende Oktober von Hand geerntet, zu Zöpfen gebunden und in der Sonne getrocknet. In Espelette und den Nachbardörfern findet man reichlich Gebäude, an denen die Zöpfe nicht aus Schönheit, sondern zum Trocknen hängen. Nach der Trocknung werden sie zu Pulver gemahlen und verpackt.

Wofür

Piment d’Espelette wird vielfältig in der Küche für Fleisch, Fisch, Saucen, aber auch bei der Wurstherstellung oder für Konfitüre und Schokolade eingesetzt. Weltweit schwören viele Gourmets und Sterneköche auf diese sehr aromatische Chilivariante. Das fruchtige und leicht rauchige Aroma mit einer pikanten Schärfe genießt man am besten, wenn die Speisen erst nach oder kurz vor Beendigung des Garvorgangs gewürzt werden. 

 

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 Hier ein kurzes anschauliches Video von Atelier du Piment 


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AOC-Richtlinien          

Hinweis von Frankreich-Mobil-Erleben:
AOC ist die Abkürzung für die französische Bezeichnung Appellation d’origine contrôlée.
AOP steht für Appellation d’origine protégée, ist gleichbedeutend und sozusagen das europäische Pendant zum AOC Siegel.

hier der Original Ursprungstext von Wikipedia.org  zu AOC
Das Institut INAO (Institut national des appellations d’origine des vins et des eaux-de-vie) erteilt die AOC-Rechte und entscheidet über alle damit zusammenhängenden Fragen.

Voraussetzung für die Erteilung des AOC-Zertifikates ist die Einhaltung gewisser Kontrollbestimmungen:
a) Die Herstellung muss durchgängig auf traditionelle Weise erfolgen.
b) Die Zutaten müssen aus einem bestimmten geographischen Raum stammen und das Produkt muss in dieser Region hergestellt werden und zumindest teilweise gereift sein.
c) Die Eigenschaften des Erzeugnisses müssen annähernd gleich bleibend sein und klar definierten Qualitätsstandards entsprechen.

Die Herstellung wird streng überwacht und reguliert durch eine Kontrollkommission, die AOC-Standards zugrunde legt und selber einhält.

Unter französischem Recht ist es verboten, Erzeugnisse unter AOC-geschützten Namen herzustellen oder zu verkaufen, wenn sie nicht die geforderten Bedingungen erfüllen. Nicht einmal Namensteile dürfen verwendet werden, was – da viele AOC-Namen einen Zusammenhang mit dem Herstellungsort erkennen lassen – zu der eigenartigen Situation führt, dass andere Hersteller am Ort ohne AOC-Zertifizierung auf ihren Produkten nur die Postleitzahl als Herkunftsangabe führen dürfen. Mit Ausnahme von Champagner werden alle AOC-zertifizierten Erzeugnisse durch ein Siegel auf dem Etikett oder der Rinde (bei Käse) gekennzeichnet. Fehlt das Siegel, z. B. bei Bordeaux-Wein, dann ist der AOC-Charakter des Weins, z. B. des Médoc, angegeben als „Appellation Médoc Côntrolée“, nicht etwa als „Médoc AOC“.

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Mehr Infos zu den AOC-Richtlinen für Piment d’Espelette (frz. und engl.)