Frankreich Mobil Erleben

Das informative Online-Magazin für Wohnmobilisten, Camper und  Individualisten
 

Die Sicherheit
in Frankreich
für den
mobilen Urlauber

Ein Kommentar              22.01.2020


Überfälle auf der Autobahn

Jahr für Jahr geistern die Schreckens- und Horror-Nachrichten durch die sozialen Medien, wie „ Überfall auf Frankreichs Autobahn“, Gasüberfall in Frankreich“, „Fahrt nicht nach Frankreich, da ist es gefährlich“ usw.. Diese Meldungen verunsichern viele Touristen, die mit Wohnmobil, Caravan oder Auto das Land bereisen oder für die Fahrt nach Spanien durchqueren.

Im Allgemeinen
können wir behaupten, dass es in Frankreich in dieser Hinsicht nicht unsicherer als in anderen Ländern ist.

Auch auf deutschen Autobahn-Rastplätzen sind Einbrüche und Überfälle auf Wohnmobile und Wohnwagen keineswegs eine Seltenheit. Die deutschen Hauptreiserouten, wie die A1, A3, A5 und A8, werden von den Tätern und Banden, genau wie in anderen Ländern, während der Hauptreisezeit gerne ausgewählt. Berichte über solche Vorfälle sind jedoch meist nur in den örtlichen regionalen Medien zu finden. Überregionale Medien und Fachmagazine verweisen meistens lediglich darauf, dass Rastplätze im Allgemeinen für Übernachtungen zu meiden sind, ebenso verhalten sich die Medien in Frankreich.

Wie kommt es zu den Posts?

Ein wichtiger Aspekt ist die Streckenlänge, die ein Urlauber bis zu seinem Urlaubsziel zurücklegen muss. Wer zum Beispiel von Frankfurt an die Ostsee oder von Köln ins Allgäu reist, wird mit über 90%iger Sicherheit keine Übernachtung einlegen und mit dieser Situation nicht konfrontiert. Somit bleiben entsprechende Posts von deutschen Urlaubern, die im Inland bleiben, logischerweise aus.

Die Fahrt nach Südfrankreich oder nach Spanien hingegen, ist je nach Abfahrtsort und –zeit nicht auf „einem Rutsch“ zu bewältigen. Müdigkeit und Sicherheitsdenken lassen manche Urlauber zur Ruhepause einfachheitshalber einen Autobahn-Rastplatz ansteuern. Es ist bequem und man braucht die Autobahn nicht verlassen, denn man will schließlich - nach Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit - auf schnellstem Wege weiterreisen. Und wenn dann etwas passiert, ist das Geschrei und die Kritik an der Sicherheit groß. Dazu kommen die vielen gehörten Berichte wie: „Ich habe gehört…“, oder „Dem Freund von einem Bekannten ist das passiert...“ hinzu.

Fakt ist, dass sich die auf Überfälle organisierten Banden durch die Vielzahl der durchreisenden und parkenden Fahrzeuge auf die Hauptrouten konzentrieren. Dazu gewähren die Rastplätze eine schnelle Abfahrt nach der Tat. Besonders gefährdet ist man in Frankreich auf der Nord-Süd-Strecke A7 / A9 und wegen der grenznahen Lage zu Italien an der Côte d’Azur, weswegen die Polizei dort nachts mehrfache Kontrollfahrten auf den Rastplätzen unternimmt.

Fazit

Egal in welchem Reiseland Sie unterwegs sind, übernachten Sie nie auf einem Autobahn-Rastplatz oder Parkplatz in unmittelbarer Autobahnnähe. Die Gefahr eines Überfalls kann bei Beachtung unserer Ratschläge reduziert werden.

Unabhängig davon kann das Fahrzeug vorbeugend mit Zusatzschlösser, Alarmanlage und Gasalarm gesichert werden, die einen Einbuch bzw. Überfall zwar erschweren, aber nicht verhindern können.

Als externen Link empfehlen wir hierzu die Ratschläge von   ADAC  und promobil  

Und die Polizei Bayern hat unter dem Beitrag "Sicher unterwegs in Reisemobil und Caravan" mit folgendem Wortlaut zum Übernachten auf unbewachten Stellplätzen informiert :

Aufmerksame Stellplatznachbarn können Dieben das Leben schwer machen. Im Zweifelsfall lieber einmal mehr die Polizei anrufen und

  • Die Stützen am Fahrzeug nicht absenken. Das Fahrzeug so aufstellen, dass in Notsituationen sofort ohne Rangieren abgefahren werden kann.
  • Fahrzeugschlüssel griffbereit am Schlafplatz ablegen.
  • Keine Gurte oder starre Verriegelungen zur Fixierung der Fahrerhaustüren zwischen den Türgriffen benutzen. Sie können sonst in Notlagen nicht auf dem Fahrersitz Platz nehmen.
  • Wenn jemand draußen am Mobil hantiert, sollte in jedem Fall einer Konfrontation aus dem Wege gegangen werden. Meist suchen die potenziellen Täter schon das Weite, wenn sich im Fahrzeug etwas regt.
  • Schlagen Sie Alarm! Sie können zum Beispiel mit einer kostengünstigen Fanfare (z.B. Luftdruckhorn aus dem Bootszubehörhandel) Ihre Stellplatznachbarn alarmieren oder andere Personen zur Hilfe herbeirufen.

 VERKEHR

Der Verkehr in Frankreich und das Fahrverhalten der Franzosen unterscheidet sich nur unwesentlich von der gewohnten Praxis. Die Besonderheiten haben wir unter Verkehr alle ausführlich beschrieben.

Auf der Autobahn wird im Gegensatz zu Deutschland, auch aufgrund des Tempolimits, entspannter gefahren und es herrscht überwiegend ein Miteinander. Beim Ausscheren zum Überholen wird man, außer bei einer direkten Gefahrensituation, von einem auf der linken Spur heranrauschenden Fahrer nicht genötigt. Dazu wird die rechte Spur von allen - fast vorbildlich - benutzt, sie ist nicht für LKWs reserviert.

Auf Landstraßen, vor allen Dingen in ländlichen Gebieten, fahren Einheimische schon einmal riskanter. Besonders auf die „Just in Time“ Kleintransporter (Sprinter und Co.), meist mit polnischem Kennzeichen, ist zu achten, welche nicht nur mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind, sondern auch riskante Überholmanöver in Kurven und vor Kuppen riskieren.

Kriminalität

Wie in jedem Land, sind überwiegend die Großstädte und touristisch hoch frequentierte Ziele und touristischen Attraktionen, von der Kleinkriminalität wie Taschendiebstählen und Übergriffen betroffen.

Ausschreitungen

In den bevorzugten Bildern der Nachrichtensender sind sie immer wieder zu sehen: gewalttätige Ausschreitungen bei Demos und Streiks oder bei Protesten der „Gelbwestenbewegung“.

Überall auf der Welt werden Demos etc. von Radikalen für ihre Ausschreitungen missbraucht, so auch in Frankreich. Sie konzentrieren sich aber fast ausschließlich auf Paris und vereinzelt auf andere Großstädte. Auf dem Land,  in Kleinstädten und Urlaubsgebieten ist von diesen Ausschreitungen nichts zu spüren.

Streiks

Frankreich ist nicht nur für seine Solidarität, auch für seine Streiks bekannt. Egal, ob es durch den Streik kein Treibstoff gibt oder die Straßen von Bauern blockiert werden, nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung regt sich darüber auf, der Großteil zeigt Verständnis und nimmt es gelassen.

Unser Fazit:
Das Reisen in Frankreich ist genau so sicher wie in Deutschland.
Bedenken sollte man dabei, dass die Reise- und Sicherheitshinweise für Frankreich vom Auswärtigem Amt  im Großen und Ganzen gleichlautend sind, wie die Hinweise in Frankreich für Reisende nach Deutschland.

Hinweis:

Der Inhalt des Textes beruht auf unseren subjektiven Erfahrungen, Einschätzungen und Recherchen Die jeweiligen Gefahrenlagen können anders sein bzw. sich schnell ändern. Wir übernehmen für alle Informationen keine Gewähr und keine Haftung für eventuell eintretende Schäden. Die Verantwortung und die Entscheidung über die Durchführung der Reise und das Verhalten vor Ort obliegt dem Leser. 


© FME A131/20200122



 
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