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Saint-Jean-Pied-de-Port

der Ausgangspunkt auf die spanische Route aller französischen Hauptrouten des Jakobsweges. Spätestens nach dem Buch und Film "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling dürfte der Ort in den Pyrenäen auch allen Nicht-Pilgerern ein Begriff sein.

Ab Bayonne folgen wir vom Atlantik der D918 in südöstliche Richtung. Der Weg führt uns durch grüne Täler und am Ufer der Nive entlang ins 50 km entfernte Saint-Jean-Pied-de-Port. Wie nicht anders erwartet, führt die Ortseingangsstrasse mit Restaurants und Souvenirgeschäften in einen stark belebten Touristenort. Unmittelbar am Ortsende erreichen wir neben dem Sportplatz den für 100 Wohnmobile Platz bietenden Stellplatz, der sich nach Zahlung von 7.- € für die Ortsbesichtigung sehr gut eignet. Zwischenzeitlich hat die Stadt noch einen zweiten Stellplatz am südlichen Stadtrand eingerichtet (s. Karte).

Unser Interesse an dem Ort "Heiliger Johann am Fuße des Passes", wie Saint-Jean-Pied-de-Port übersetzt heißen würde, beschränkt sich auf die historische Altstadt und die Citadelle. Vom Stellplatz aus erreichen wir über den Fußweg die höher gelegene Stadtmauer mit dem legendären Stadttor Porte Saint-Jacques. 

Bevor wir aber durch das Tor schreiten, nehmen wir den Anstieg zur Citadelle; hier soll uns ein wunderbarer Ausblick über die Stadt und die Landschaft erwarten. Auf der Anhöhe thront das um das Jahr 1190 erbaute und ehemalige Château de Mendiguren, welches später als Verteidigungsanlage umgebaut wurde. Der Ausblick von hier ist wirklich wunderbar, über die Stadt, die Ebene und auf den Gebirgszug und Paß, den die Pilgerer bezwingen müssen.

Nach Umrundung der Befestigungsanlage und kurzer Ruhezeit geht es wieder bergab; diesmal duch das Tor Porte Saint-Jacques in die mit rosafarbener Festungsmauer umgebene Stadt des Mittelalters. Rechts und links des Kopfsteinpflasterweges säumen sich angeschmiegt die kleinen Fachwerkhäuser mit ihren roten Türen und Fensterläden. Einige Pilgerer stehen vor dem Pilgerbüro, um den begehrten und notwendigen Stempel in ihren Pilgerpaß eindrucken zu lassen, andere sind wieder auf der Suche nach einer Herberge für die Nacht.

Weiter unten im Ort beginnen rechts u. links die zahlreichen Souvenirgeschäfte, aber auch eine Patisserie, die nur Macarons in vielfältigen Geschmacksrichtungen anbietet; ein kleiner Einkauf ist für uns hier angesagt, und sie schmecken tatsächlich einfach köstlich - der Preis war gerechtfertigt. Wenige Meter weiter zücke ich schon wieder mein Portemonnaie in einem kleinen Geschäft, dass ausschließlich Gewürze und Tees anbietet. Mit einer mit duftenden Gewürzen gefüllten Tüte, besichtigen wir die am Südtor gelegene kleine Église Notre-Dame du Bout du Pont, die schlicht eingerichtet ist.

Jetzt geht es durch das Stadttor, das alle Pilger durchschreiten. Wir biegen aber nicht in den Pilgerweg ab, sondern gehen über die von Fotografen beliebte Brücke "Pont Saint Jean", von wo aus mit Sicherheit die meisten Fotos geschossen werden; hier beginnt der Neuere Teil von Saint-Jean-Pied-de-Port. Geschäft an Geschäft mit Haushaltswaren, Textilien, Souvenirs, aber auch "Billigläden" reihen sich aneinander, und hier finden wir kurioserweise die meisten Touristen; wie ruhig war es dagegen in der schönen Altstadt mit ihren kleinen Gassen.


Wir entscheiden uns, nicht auf der Hauptstrasse durch den Ort zu unserem Wohnmobil zurückzukehren, sondern wählen den Weg wieder durch die friedvolle Altstadt, aber nicht ohne hier und da auf die alte Stadtmauer zu steigen.

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