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Der Esel

L'Âne,
er gehört einfach dazu

Der Esel, der nützliche, wenn auch ein Grautier mit eigenem Willen, ist seit 1.000 v. Chr. in Europa des Menschen erstes Nutz- und Lasttiere gewesen. Ob als Packesel, Reit- oder Zugtier, der Esel ist ein zäher und genügsamer Genosse, der mit weniger Wasser und Nahrung auskommt als ein Pferd und, vor allen Dingen in den Bergen und an Hängen, geländegängiger ist.

Der Fortschritt und die Industrialisierung der Landwirtschaft hat den Esel inzwischen soweit ins Abseits gedrängt, das er vom Aussterben bedroht und auf der Roten Liste steht. Inzwischen haben jedoch viele wieder die Vorzüge dieser Rasse erkannt und so werden sie nicht nur als Touristenattraktion eingesetzt.

Den in Frankreich bekanntesten und beliebtesten Esel, den  'L'Âne du Poitou', dürfte Jeder kennen, der im gleichnamigen Departement in Aquitaine schon Urlaub gemacht hat und die zotteligen Esel auf der Île-de-Ré oder Île d'Oléron gesehen hat. Dort ist er nicht nur eine Touristenattraktion, sondern mit der Region so fest verbunden, wie der gallische Hahn mit Frankreich.

Den Grossesel, den Poitou-Esel, gibt es seit dem 11. Jahrhundert in Südwestfrankreich. Neben seinem massigen Körperbau zeichnen ihn sein langes, zottiges Fell, das an einen Teddybär erinnert, aus. Fellpflege für das charmante Aussehen ist unabdingbar, ansonsten verfilzt das Fell.

Auf der Île-de-Ré tragen die Esel sogar ein Beinkleid.
Doch wie kam der Esel zu seiner Hose?

Nein, die Hosen sind kein Werbegag oder als Blickfang für Touristen gedacht. Die Esel wurden für die Feldarbeit und den Transport des Salzes eingesetzt. Im Marais der Salzfeldern, sind aber auch unzählige Moskitos heimisch, die dem Esel an seinen Beinen immer wieder zusetzten. Verständlicherweise versucht der Esel die Plagegeister abzuwehren, bleibt stehen, um sich zu wehren, und der Transport wird durch den Stillstand behindert. Einige Bauern schützten ihre Esel mit dem Beinkleid auch vor Dornen im Gestrüpp. 

 

Heute haben einige Züchter den Wert der Esel wiedererkannt und zwar nicht nur als Reittier für Touristen. Die Vorzüge der Eselsmilch sind seit Cleopatra bekannt und die Nachfrage nach Seife, Cremes und Kosmetika mit Eselsmilch steigt. Aber genau wie Kamelmilch, wird auch Eselsmilch von Kuh-Milcheiweißallergikern konsumiert, die der menschliche Magen besser verarbeiten kann.

Und so findet man heute wieder zahlreiche Eselfarmen in Frankreich. Auf der Île d'Oléron werden die Esel der Farm "Les Ânes d'Oléron' seit Jahren zum Abtransport des Mülls an den Stränden eingesetzt. Fast 40 Esel können dort auf der Weide nicht nur betrachtet werden, auch Eselseife kann man hier erwerben. Ein Besuch der sich lohnt. Insel Oleron


Auf der Nachbarinsel Île-de-Ré, bei denen der Poitou-Esel schon einem Wahrzeichen nachkommt, können ebenfalls direkt vom Hersteller in Loix Produkte von Eselsmilch erworben werden. Loix & Savons 

Wer in einer anderen Region auf Reisen ist und eine Eselfarm besuchen möchte, dem empfehlen wir die französische Webseite franceanes. Hier können die Farmen nach Region und Angebot gefiltert werden. 


 

In diesem Sinne,
mit den Worten
des Esels
ein kräftiges
I-AH!

 

 





© FME Ausgabe 76 / 20181116